Flow, alles fließt. Ein magischer Augenblick: Wir fühlen uns verbunden mit dem Moment und die Herzintelligenz trägt uns. Voll im Leben, hochkonzentriert – und gleichzeitig getragen von einer weiten, sanften Empfänglichkeit, die das Kind in uns aktiviert, welches das Leben als freudvolle Spielwiese betrachtet, auf der es sich vollkommen hingeben kann.

Flow ist ein hochkreativer Zustand. Dieser schöpferische Fluss kann stark und sanft sein oder die Kraft eines reißenden Stroms haben. Flow ist eine Form von Glücksrausch, der uns Menschen zu Höchstleistungen antreibt. Diese fließende Energie unserer Schöpferkraft ist eine Form purer, aktiver Achtsamkeit. Im Flow zu arbeiten heißt mit der Kraft eines Samurai zu verschmelzen: höchste Konzentration und tiefe Ruhe. Im Flow sind wir mit unserem Potential der Schöpferkraft, des Ideenreichtums und einer tiefen Intelligenz verbunden. Man könnte auch sagen: Wir zapfen direkt die Urquelle des kollektiven Unbewussten an.

Wie können wir den Flow in unser Leben einladen?
Der Weg ist denkbar einfach: Erlaube dir, mehr zu spielen! Wie oft spielst du? Spielen ist Menschsein in Reinform. Beim Spielen küsst dich das Leben. Wir können von der Offenheit der Kinder lernen, wie man im Fluss der Kreativität sein Leben gestalten kann. Was ist bei kleinen Kindern anders? Kinder verschenken sich ganz an das, was sie im Augenblick tun. Für kleine Kinder ist die ganze Welt ihr Spielplatz. Ihnen sind Regeln, bewährte Methoden, wissenschaftliche Erkenntnisse, Zukunftspflichten und Vergangenheitsängste fremd. Jede Pfütze ist das nächste Abenteuer, dessen Tiefe erkundet werden will. Es gilt also, diese kindliche-neugierige Kraft zu erinnern und in den Alltag zurückzuholen.

Spielen bedeutet Zukunft zu gestalten

„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“
Pablo Picasso (1881-1973)

Spielen kann viel mehr als uns nur Freude bereiten. Spielen erhält uns flexibel und auf bezaubernde Weise innerlich geschmeidig. Der Flow-Experte Mihaly Csikszentmihalyi sieht im Spiel einen wesentlichen Faktor, der überhaupt menschliche Evolution möglich machte. Denn beim Spielen schüttet unser Körper Glückshormone aus. Auf diese Weise lernt der Mensch schnell und stressfrei Neues. Das Belohnungssystem des neugierigen Spielens funktioniert so effektiv, dass es sich in der Evolution durchsetzte. Mit anderen Worten: Wer spielt, überlebt länger und besser.

Kreatives Spielen heilt

Glückliche Momente beim kreativen Werkeln und Spielen können uns auch gesund machen.

Der amerikanische Arzt Dr. O. Carl Simonton wies in seinen beachtlichen Pilotstudien nach, wie wichtig Spielen für das Immunsystem des Menschen ist. Simonton gilt als Pionier und Begründer der Psychoonkologie, also der psychologischen Betreuung von Krebspatienten. Ziel des Simonton-Trainings ist es, den Patienten rasch zu einer emotionalen und körperlichen Verbesserung zu verhelfen. Seine Methode zur Stärkung des Immunsystems wurde Jahre später in Amerika in großen Studien bestätigt. Simonton führte das tägliche Spielen als einen wesentlichen Teil des Genesungsprozesses seiner Patienten ein. Auf die Frage, wie lange man spiele sollte, antwortete er: „Ich rate den Patienten, was ich auch für mich vor Jahren entdeckt habe: nämlich eine Stunde täglich, und das sieben Tage die Woche – Wochenenden, Feiertage und Urlaubszeiten eingeschlossen. In unserer Kultur wird das Spielen nicht ernst genommen. … Das Spielen (ist) eine der Hauptstützen der Kreativität, die wiederum für den Genesungsprozess wesentlich ist.“2

Flow-Tipp: Erinnere dich, welches deine Lieblingsspiele als Kind waren. Was spielst du heute? Alles, was dich glücklich macht und bei dem du die Zeit sinnlich vergisst, ist Spielen. Das kann sein: Schwimmen, Tanzen, Basteln, Gärtnern, Barfußlaufen, Kochen, Musizieren …

Eine Stunde täglich solltest du spielen! Jeden Tag!

… dies ist ein Auszug aus meinem Artikel in der Zeitschrift SEIN vom Juli 2016. Den ganzen Artikel findest Du hier!

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